Was ist Hap-Ki-Do?

Hap-Ki-Do ist eine traditonelle, moderne, waffenlose, koreanische Methode der Selbstverteidigung.

Hap-Ki-Do ist eine effektive, vielfältige und praktische Verteidigungsform, bei der das harmonische Zusammenspiel von Körper und Geist im Vordergrund steht.

Die Verteidigung und nicht der Angriff ist dabei oberstes Ziel!

Hap-Ki-Do lehrt eine Vielzahl von Techniken wie Fußtritte (auch gesprungene), Faust-, Handkanten-, Handballen-, Ellenbogen- Punktschläge, Handbefreiungen, Hebel, Würfe (sie finden auch in der Faust- Fuß- und Messerabwehr ihre Anwendung), Bodentechniken, Konzentrationsübungen, Atmungsmethoden, das richtige Fallen und vieles mehr. Ab Dan (Meister) wird auch der Umgang mit den verschiedensten Waffen wie Spazier-, Lang-, Kurzstock, Schwert uvm. trainiert.

Für all diese Übungsformen gibt es verschiedenste Variationen und unzählige Anwendungsmöglichkeiten!


Was bedeutet Hap-Ki-Do?

HAP

Hap bedeutet übersetzt so viel wie Harmonie. Als ein Bespiel sei hier die Harmonie zwischen Körper und Geist erwähnt. Nur in einem gesunden Körper wohnt (auch) ein gesunder Geist.

Ki bezeichnet die körperliche- geistige- und universelle Kraft – auch Lebensenergie. Wenn Körper und Geist eine Einheit bilden, sind wir in der Lage unser Ki perfekt zu nutzen! In jeder unserer Übungen versuchen wir das Ki umzusetzen.

DO

Do bedeutet so viel wie Weg, Lehrweg, Lebensweg oder auch Lebensphilosophie.


Die 3 Prinzipien des Hap-Ki-Do

Im Training wird nach den 3 Prinzipien des Hap-Ki-Do unterrichtet und trainiert, sie vereinigen sich in jeder Technik. Durch das Studium der Techniken lernt der Schüler die 3 Prinzipien kennen und sie umzusetzen.

Das Prinzip des Kreises (Won): Der Kreis als perfekte Form der Natur, ermöglicht eine optimale Ausnutzung der gegnerischen und eigenen Kraft. Die Kraft des Gegners wird durch eine runde natürliche Bewegung mit der eigenen Kraft vereint, und im richtigen Moment gegen den Angreifer gewendet! Das ermöglicht dem Hap-Ki-Do Kämpfer seine Techniken kraftarm aber dennoch effizient auszuführen!

Das Prinzip des Flusses (Yu): Durch spezielle Atmungsmethoden vermag es der Hap-Ki-Do Kämpfer, sein Ki an einem bestimmten Punkt zu vereinen und im entscheidenden Moment freizusetzen. Außerdem versucht er, nicht die gegnerische Kraft mit unser eigenen zu überwinden, sondern die gegnerische Kraft fließen zu lassen!

Das Prinzip der Einwirkung (Hwa): Unter Einwirkung versteht man sowohl physische (Schieben, Drücken, Schläge, Hebel, Wurf,…) also auch psychische (Selbstvertrauen, Körperhaltung, Auftreten, Blickkontakt,…) Einwirkung. Das Prinzip der Einwirkung besagt, dass man auf einen Angreifer mit gezielten gegengesteuerten Aktionen einwirkt.


Die 3 Formen des Hap-Ki-Do

Technische Form: Hier wird die Frage nach dem “Wie” gestellt! Es werden verschiedenste Schläge, Tritte, Hebel oder Würfe unterrichtet und trainiert. Natürlich ist es wichtig zu wissen, wie eine solche Technik/Bewegung genau funktioniert!

Realitäts-Form: Wird in Form von Freikampf unterrichtet und soll dem Schüler eine realitätsnahe Situation demonstrieren. Auch Prüfungen und Turniere sind dieser Kategorie zuzuordnen, denn dabei ist man ebenfalls Stress ausgesetzt, was einem wahren Kampf auf der Straße viel näher kommt als einem “lockeren” Training in der Halle!

Moralische Form: Natürlich sind wir bestrebt den Gegner (egal ob in der Halle oder auf der Straße) bei aller notwendigen Härte nicht unnötig zu verletzten, aber auch andere Punkte wie “Verhalten im Training” oder “Einstellung zu Hap-Ki-Do” finden hier ihren Rahmen.


Die Geschichte von Hap-Ki-Do

Hap-Ki-Do entstand, wie viele andere Kampfkünste auch, im asiatischen Raum, genauer im Bereich des heutigen Koreas. Wie in Großteilen Asiens üblich, war es dem gemeinen Volk nicht erlaubt Waffen zu tragen. Um sich aber dennoch vor räuberischen Übergriffen zu schützen, entwickelten die Menschen Kampftechniken, die leicht zu erlernen und zu praktizieren waren bzw. mit einfachsten und nicht offensichtlichen Waffen (z.B. Stöcken) auskamen.

Großmeister Choi Yong Sool

Wenn auch viele Techniken, die in Hap-Ki-Do verwendet werden, ihren Ursprung in alten asiatischen Kampfkünsten haben, beginnt die eigentliche Geschichte von Hap-Ki-Do mit dem koreanischen Großmeister Choi Yong Sool (1904-1986).

Choi kam im Alter von etwa 8 Jahren nach Japan, wurde dort von Sensei Shogaku Takeda (1860-1943) unterrichtet und blieb bis zu dessen Tod bei ihm! Choi kehrte 1945 nach Korea zurück und begann alte koreanische Kampfkünste zu erlernen. Er kombinierte dabei harte Techniken wie Tritte und Schläge, ergänzte sie mit weichen Techniken wie Hebeln und Würfen, die er aus Japan mitgebracht hatte und begann Schüler zu unterrichten. Einer seiner Schüler, Großmeister Ji Han Jae, sollte die Geschichte von Hap-Ki-Do weiter schreiben!

Großmeister Ji Han Jae wurde 1936 in Andong (Südkorea) geboren und gilt als Begründer des modernen Hap-Ki-Do.

Großmeister Ji Han Jae

Ji begann im Alter von 13 Jahren sein Training bei Choi Yong Sool und galt dort bald als sein Meisterschüler. Ji`s Entwicklung beschleunigte sich unter der Führung eines Taoistischen Mönches namens Lee. Bei ihm erlernte Ji den Umgang mit verschiedensten Waffen sowie koreanischer Fußtechniken und der Entwicklung von Ki und innerer Stärke.

Mit 23 Jahren eröffnete er sein erstes Dojang in Andong und begann Hap-Ki-Do zu unterrichten.

Durch die politischen Unruhen in Asien wanderten viele Hap-Ki-Do Meister nach USA und Europa aus. Einige von ihnen kamen in den 60er Jahren nach Deutschland (u.a. Kim Sou Bong, Park In Suk,….) und fanden schnell begeisterte Schüler, die zu einer raschen Verbreitung dieser Kampfkunst beitrugen. Über Deutschland kam Hap-Ki-Do in den 70er Jahren schließlich nach Österreich.


Hier findest Du Infos zum Ausbildungsweg

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Kleine Terminologie im Hap-Ki-Do

Das Umschreiben von Hangul (Koreanisches Alphabet) in unser bekanntes lateinische Alphabet ist nicht so einfach möglich. Deswegen wirst Du auf vielen Seiten die verschiedensten Schreibweisen (z.B.: Kwanjang Nim, Gwanjang Nim, Kwan Jang Nim, Gwan-Jang-Nim,….) finden.

Zahlen:

1 – Hana2 – Dul3 – Set4 – Net5 – Dasot
6 – Yosot7 – Ilgop8 – Yodol9 – Ahop10 – Yul
11 – Yul Hana   20 – Seu Mool

Kommandos:

CharyeotAchtung
Jun BiFertig machen
Kyong NyeVerbeugen
BalpakoWechseln, Fuss- oder Stellungswechsel
Too RahDrehen
Si JakBeginnen (Kampfbeginn)
Ba RoZurück zur Ausgangsstellung
Gu Man / Mum ChoBeenden (Kampfende)
ChungPause

Bezeichnungen:

Mu SulKampfkunst
Kuk GiKoreanische Nationalfahne
Kuk Ki Ae Dae Hae Kyung NyeBegrüssung der Nationalfahne
Do JangTrainingsraum
Do BokTrainingsanzug / Kampfanzug
TyGürtel
Doju NimLeiter eines Stils (Gründer)
Chong-Kwanjang NimGrossmeister
Kwanjang NimTräger des 5. bis 7. Dan (Leiter einer Schule)
Sa Beom NimTräger des 4. Dan (Meister)
Bu Sa Beom NimTräger des 3. Dan
Kyo Sa NimTräger des 2. Dan
Jo Kyo NimTräger des 1. Dan
Jea JaSchüler
DanLehrer-, Meistergrad
KupSchülergrad
Ki HapKampfschrei
Kam-sa-ham-ni-daDanke
NakbeopFallschule
ChoksulFußtechniken
GwonsulFausttechniken
MugisulWaffentechniken
HosinsulSelbstverteidigungstechniken
Jayu DaeryonFreikampf
GyeokpaBruchtest
KalMesser
DanbongKurzstock
Jungbongmittellanger Stock
JangbongLangstock
JipangiSpazierstock
Junggeommittellanges Schwert